defektes Leybold Cassy-P Lernsystem

Habe von einem Bekannten, der Leher ist, ein (ur)altes „Cassy-P“ Lern- und Experimentiersystem von Leybold bekommen, bei dem der Sensorport A defekt war. Das System besteht aus einer I/O-Karte in einem PC und einem Eingabegerät, auf dem diverse digitale 8-bit  Ein- und Ausgänge, sowie ein A/D- und ein D/A-Wandler herausgeführt werden.

Leybold Cassy-P Lehrsystem - Top view

Leybold Cassy-P Lehrsystem - Top view

Das ganze System ist intern nichts anderes als ein reines Logikgrab aufgrund des nicht mehr aktuellen technischen Standards. Mittlerweile ist es durch neue System mit moderne USB-Schnittstellen abgelöst worden, aber Schulen werden die alten Systeme nicht abschaffen, wenn sie den Dienst noch einwandfrei machen, da schlichtweg das Geld fehlt.

Leybold Cassy-P Lehrsystem - Platine

Leybold Cassy-P Lehrsystem - Platine

Bei einem der System lieferte einer der Ausgabekanäle (speziell der Sensorport A) nur noch Einsen. Im oberen Bild ist zusätzlich der Pfad zur Schnittstelle mit dem PC eingezeichnet. Die Daten werden über diverse Latches und Adressdecoder für die Ansteuerung in den PC gepipt. Dabei war eines der beiden 8-fach Latches 74HCT573 defekt. Sicherheitshalber habe ich beide ausgewechselt und gleich für spätere Fälle auf einen Sockel gesetzt. Es folgen die Bilder mit ausgelöteten und neugesockelten Latch.

Leybold Cassy-P Lehrsystem - Platine Detail

Leybold Cassy-P Lehrsystem - Platine Detail

Leybold Cassy-P Lehrsystem - Platine Detail 2

Leybold Cassy-P Lehrsystem - Platine Detail 2

Comments (2)

Uli KaiserDezember 2nd, 2009 at 11:41 pm

Hi !

Wir haben am Gymnasium in Freising auch eins von acht Systemen, bei dem der Sensor-Port A defekt ist. Die Beschreibung hier ist sehr interessant. Muss bei Gelegenheit nachforschen, ob der Fehler genau so gelagert ist…

Traegt diese Platine ueberhaupt keine Analog-Komponenten ?

Gibt es eigentlich Schaltplaene fuer diese Platine ?

Danke&Gruesse, Uli

BenjaminDezember 3rd, 2009 at 10:02 pm

Hallo Uli,
soweit ich weiß, ist nur vor dem D/A-Wandler ein Verstärker (Spannungsfolger?), wenn dort überhaupt einer ist (ich errinnere mich daran, das es einer sein muss, weil er mit einem Poti einstellbar war). Der Rest ist ein reines Logik-Grab, d.h. nur Latches und Demultiplexer für die Ansteuerung. Für die Ausgäng werden Standard BC- oder BD-Transistoren verwendet, welche eigentlich in diesem Fall nur den Zustand 0 und 1 kennen und nur für den nötigen Strom sorgen. Analog läuft hier rein gar nichts.

Ich habe keine Schaltpläne gefunden, aber mit den Datenblättern kommt man weiter. Das Prinzip ist einfach. Man wählt ein Latch aus, sagt „Sampeln“ (merke dir den Zustand). Dann wird mit einem weiteren Latch (Frag bitte nicht wieso) der Zustand an den PC übergeben. Je nach Auswahl der kaskadierten Latches, werden die einzelnen Eingänge gesetzt bzw. die Ausgänge geschalten (der Zustand wird gehalten, auch wenn die Datenleitung was anderes sagt, weil der Zustand nur bei einem High am Sample-Eingang übernommen wird).

Ich hoffe die Erklärung hilft.
Benjamin

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