Siemens Gigaset S1

Die DECT Telefone der Siemens Reihe Gigaset S1 bwz. Sx100 als Basisstation sind überaus stabil. Auch mehrmaliges Herunterfallen überstehen sie problemlos. Ich habe meine zwei Gigaset S1 schon sehr lange und sie verrichteten immer gut ihren Dienst. Manche Telefone fallen aber auf Grund folgenden Fehlers aus. Der Gesprächspartner versteht einen zwar beim beim Telefonieren, man selber hört aber erst immer mehr Rauschen und auf einmal gar nichts mehr. Grund dafür ist, dass die Platine mit dem Lautsprecher über zwei Federn verbunden ist. Auf der Platine wächst langsam auf den Kontakten eine Oxidschicht und verhindert ein ordnungsgemäßes Funktionieren des Lautsprechers.

Da die Geräte recht robust gebaut sind, ist ein Öffnen nur sehr schwer möglich, das mehrere breitbandige Clips bzw. Klammern die beiden Gehäusehälften zusammenhalten. Um das Gehäuse öffnen zu können, sollte man wegen der Abrutschgefahr Lederhandschuhe verwenden. Die breiten Clips lassen sich am besten mit einer ca. 4-5 cm breiten Spachtel öffnen. Dazu hält man das Gerät fest in der Hand und drückt an der Seite, von den Kontakten unten beginnent fest ins Gehäuse und hebelt die Klammern aus. Das stellte sich bei mir als einzig praktikable Lösung dar, um das Gehäuse zu öffnen. Da das Plastik auch nach Jahren noch sehr stabil ist, muss man keine Angst haben, große Schäden bzw. Risse zu verursachen. Nach dem Öffnen kann man das Gerät reinigen – am besten mit Isopropylalkohol, damit das Display durch eventuelle Spritzer nicht „blind“ wird. Für die Kontakte hat sich das Kontaktspray Kontakt 60 bestens bewährt. Hier auf versehentliche Spritzer aufs Display achten – eventuell wird das durchsichtige Plastik milchig! Zusätzlich habe ich alle Kontakte mit einer Feile angeraut, damit ein besserer Kontakt zu Stande kommt. An den zweiten Lautsprecher, der unter der Platine liegt, kommt man heran, wenn man die Batteriekontakt vom Batteriefach aus ins  Gehäuse schiebt. Nach dem Reinigen kann man das Gerät wieder zusammenclipsen. Jetzt sollte es wieder funktionieren.

Der Optik wegen sollte man die Spuren des Öffnens mit einem Messer wegkratzen oder mit einer Feile wegschleifen. So ist vom Öffnen fast nichts mehr zu sehen. Gleich noch einen Falltest durchgeführt, aber das Gerät ist robust wie eh und je!

Hinweis: Es sei darauf hingewiesen, dass durch das Öffnen jegliche Garantie erlischt. Für Schäden (auch an der eigenen Hand) übernehme ich keine Verantwortung.

Siemens Gigaset S1 geöffnet - Seite 1

Siemens Gigaset S1 geöffnet - Seite 1

Siemens Gigaset S1 geöffnet - Seite 2

Siemens Gigaset S1 geöffnet - Seite 2

Siemens Gigaset S1 gereinigte Teile

Siemens Gigaset S1 gereinigte Teile

Comments (22)

PMJuni 8th, 2011 at 8:56 pm

Diese Beschreibung und die darin enthaltenen Tipps sind sehr nützlich. Die Bilder liefern eine gute Beurteilung zur Vorgehensweise der Reparatur und bewahrt einem, erst aus Fehlern klug zu werden.
Schönen Dank!

Frank HannemannJanuar 23rd, 2012 at 9:55 pm

Hallo Benjamin Schrödl,
die Diagnose traf zu, für das Öffnen des Telefonkorpus benutzte ich ein Kittmesser
(Glasermesser, ist nicht scharf geschliffen und dient zum glattstreichen von Kittfalzen) und wie empfohlen, lederne Arbeitshandschuhe. Die Voraussage auf das Ergebnis war auch richtig.
Das Karomuster ist doch ideal, würde ich nicht ändern.
Danke für diesen Tipp. Zum Ausgleich biete ich meine Abhandlung über ein komplett selbst gefertgtes Fotobuch an, wenn gewünscht nur mailen, sende dann!

KalleJanuar 23rd, 2012 at 10:57 pm

Super Anleitung, bei mir versagte auch die Hörmuschel ihren Dienst. Also unter Anstrengung, unten beginnend, aufgeklipst und die Kontakte mit Stahlwolle gereinigt. Die Federn habe ich dazu noch vorsichtig länger gezogen.
Die Aufhebelspuren bekommt man auch gut mit Nassschleifpapier weg.

ReneFebruar 5th, 2012 at 7:16 pm

hallo!

ich hab jetzt alles versucht und krieg das ding nicht mal annähernd auf… ich glaube langsam, man kann das auch an die wand werfen und es bleibt genau so wie es ist… ( nein, das probier ich nun doch nicht aus! )

ihr sagtet alle, ihr habs aufgehebelt oder -geklipst, aber da regt sich auch unter grosser kraftanstrengung und wackeln uind biegen usw. überhaupt gar nichts…

gibt es eventuell auch telefone dieser serie, die verklebt wurden oder so??

ich hoffe noch auf hilfe :-)

danke trozdem für die anleitung!

Rene

BenjaminFebruar 5th, 2012 at 7:59 pm

Hallo Rene,
ich denke nicht, dass die Dinger verklebt sind, sondern sie sind wirklich schwer zu öffnen. Je älter die Telefone sind um so schwer lasse sich diese öffnen.
Wenn jemand weitere Tips hat, dann gerne hier rein.

JoMärz 2nd, 2012 at 6:24 pm

Hallo,
Danke für die Beschreibung, denn genau dieser Fehler lag auch bei meinem Telefon vor. Mit solchen Beschreibungen kommt nach der Enttäuschung über das defekte Gerät die Freude über die gelungene Reparatur. Das Aufhebeln kostete ein paar Nasen, das macht aber nichts. Ein Spachtel ist wirklich besser als ein Schraubenzieher. Wie immer bei abgebrochenen Nasen stelle ich mir leider erst hinterher die Frage, ob nicht ein Erwärmen, auf ca. 70 °C das Öffnen erleichtert hätte.
Jo

Klaus BronskiMärz 4th, 2012 at 12:47 pm

Hallo,

ich konnte das Mobilteil auch ganz gut mit dem „Dosenöffner“ meines schweizer Taschenmessers öffnen. Einfach wie oben angegeben unten an der Seite des Mobilteiles anfangen und aufhebeln. Die Spuren vom Aufheblen habe ich nach erfolgreicher Reparatur einfach mit Isolierband überklebt. Fast wie neu :-)

AnonymousMai 2nd, 2012 at 8:05 pm

Herzlichen Dank,
der Tipp hat auf anhieb funktioniert. Das Gerät ist schon wieder betriebsbereit.

Rolf Weise

BroJuni 2nd, 2012 at 9:37 am

Hallo, es gibt Loecher beidseitig neben dem Hoerer. Am Anfang kann man den darin sichtbaren Clip nach Innen druecken. Habe selber einen Korkenzieher vom Taschenmesser angesetzt und vorsichtig gedreht bis es „klick“ macht. Nicht perfekt, denn das ergibt eine wenn auch nur kleine Druckstelle am Oberteil. Den Rest habe ich mit einem dem Plektrum aehlichen Plastikwerkzeug geoeffnet. Die Kontakte habe ich mit Isopropylalkohol gereinigt und mit Polfett geschuetzt. Vielen Dank fuer die Fotos und das Stichwort Taschenmesser.

KurtJuni 27th, 2012 at 2:35 pm

Die Idee von „Bro“ das Gehäuse mit einem Plektrum zu öffnen ist das einzig Richtige! Danke!
Unten an der Seite anfangen, oben rum, wieder seitwärts runter, zum Schluss unten aushaken.
Keine Spuren am Gehäuse! Auch das Zurückdrücken der Clips bei den Löchern, dort wo der Halteclip fasst, ist nicht nötig.
Das Gitarren-Plektrum sollte nicht zu dünn sein, aber denoch elastisch.
Hebeln ist auch der falsche Begriff. Entsprechend der obigen Fotos (Vielen Dank) werden die Clips ausgelöst. Das Plektrum fährt zwischen Clip und Haltenasen – also auf die Richtung beim durchziehen achten: Immer Richtung Gehäuserückseite arbeiten und die Naht bleibt unbeschädigt.

BenjaminJuni 27th, 2012 at 7:54 pm

Danke für Eure hilfreichen Tipps. Es lesen anscheinend doch viele den Blog :)

jFebruar 1st, 2014 at 11:43 am

auch ich möchte danke sagen!
mit hilfe der position der Arritierungen, habe ich am unteren Teil des Gehäuses einen Punkt gefunden, um anzusetzen, das bedeutet, die Spitze eines Spachtels in das Gehäuse führen können und habe mich dann langsam nach oben durchgeschoben. Dadurch öffnen sich alle Arritierungne. Dies muss auf beiden Seiten erfolgen.
Die Idee mit dem plektrum ist sehr gut!

Gruß

Horst-DieterJuni 15th, 2014 at 6:08 pm

Vielen Dank für das ‚know how‘!
Ich habe wie beschrieben mit Spachten und Handschuh gearbeitet. Beim eindrücken der ganzen Spachtelbreite von 4 cm war meine Kraft nicht ausreichend, um die Haltelaschen zu lösen. Danach habe ich den Spachten leicht auf eine Seite gekippt, damit die Drucklänge kürzer wurde. So ging dann Lasche für Lasche gut auf. Reinigen, zusammenklicken, Test ok fertig! Leider habe ich die Folie an den Deckelkanten relativ stark beschädigt/ abgehoben. Für dei optik muß ich mir noch etwas einfallen lassen.
Der Tipp war Top!!

AndiDezember 14th, 2014 at 2:44 pm

Vielen Dank. Hat funktioniert. Leider hat auch bei mir die Folie gelitten. Hab sie nun komplett abgezogen. Vielleicht als kleiner Tipp. Wenn ihr das Teil eh schon offen habt und auch die Folie sich abgelöst hat, dann am besten gleich die Schale neu lackieren. Sieht dann garantiert besser aus als zuvor ;)

GumpalmMai 12th, 2015 at 4:38 am

Der blog ist schon eine Weile still, ich mir haben die Tips aber sehr geholfen. Mein S1 wollte aber par tou nicht auf gehen und dann hab ich navh einer Weile ‚Würgerei‘ ein 24 mm Stecheisen genommen. Das Gehäuse war innerhalb von 20 Sekunden suf und die Spuren an den Rändern haben sich in Grenzen gehalten. Mit den Händen sollte man aber vorsichtig sein, das. amn nicht abrutscht.

TorstenMai 29th, 2015 at 5:07 pm

Vielen Dank für diesen Blog. Auch ich konnte ohne größere Beschädigungen mein S1 öffnen und reparieren. Ich habe einen Spachtel benutzt und wie beschrieben von unten nach oben, dann herum und wieder hinunter. Toll!!

AlexSeptember 21st, 2016 at 11:19 pm

Vielen Dank für diese Reparaturhilfen.
Ich musste aber leider feststellen, dass ein Hinweis fehlt.
Bei mir war das Glas des Display so stark im Oberteil verklemmt, dass sich das Leiterband beim öffnen des Gehäuse vom Display gelöst hat.
Die kleinen Klammern, die das Display an der Platine festhalten sollten, haben sich einfach verbogen.
Deshalb hier noch der Hinweis: Das Display beim Öffnen fest zum Unterteil hin festhalten.
Vielleicht eine kleine Schraubzwinge vorsichtig auf dem Glas zum Unterteil anbringen.
Das Leiterband ist irgendwie nur an der Glasplatte angeklebt und hält nur geringe Zugkräfte aus.

Paul EdwardsOktober 6th, 2016 at 9:06 am

Es gibt viele die meinen es gut aber keine Ahnung haben. Hier trifft es garrantiert NICHT zu.
Vielen Dank für der Ausfuhrlich und gut beschriebene Anleitung. Mich hat es geholfen mein S1 zu `Retten´.

JonesMärz 19th, 2017 at 8:39 pm

Komme gerade aus der Keller, wo sich meine Werkstatt befindet. Und was soll ich sagen:
Der Laufsprecher tut wieder :-)
Vielen Dank für die hilfreichen Tipps im Kampf gegen die geplante Obsoleszenz.

Mir tun die Leute leid, die solche Reparaturen nicht durchführen können und jetzt in den Media-Markt rennen oder bei Amazon das nächste Gerät bestellen müssen.

Wobei… die haben dann ständig die neuesten Sachen, während ich mit mit dem zwar funktionierenden, aber bei der Reparatur ramponierten Dingen auskommen muss….

egal. den Geldbeutel schont es, und das Erfolgserlebnis, wenn man die Frau aus der Werkstatt mit dem soeben reparierten Telefon anruft, ist auch nicht zu beziffern.

Neues Telefon kaufen 60€, altes Telefon reparieren: priceless.

ChristopherJuni 2nd, 2017 at 6:26 pm

Mein S1 läuft seit Ende 2005 problemlos. Seit einiger Zeit setzte jetzt halt die Hörmuschel aus, was natürlich nervt, aber auch mit kleinem Druck auf die Seite während das Gesprächs zu beheben war.
Allerdings hats mein Frauchen doch sehr genervt. Ich hab mich dann doch mal daran versucht, das Problem zu beheben.
Das Öffnen und auch den Fehler bzw dessen Behebung hab ich hier ja sehr gut gefunden.

Ich hatte die beiden Kontaktflächen dann per Lötkolben, wie angeraten, neu verzinnt.
Kurz drauf kam mir folgender Gedanke:
Der kleine Lautsprecher ist im Gehäuse nirgends befestigt. Warum den also nicht direkt auf den Kontakten festlöten?!
Gesagt, getan… der ist jetzt fest drauf. Bin gespannt, ob der nochmal Probleme macht :D

Das S1 selber ist einfach derbe stabil. Was das schon mitgemacht hat…
Ich sag bei sowas immer: Da war der Hersteller damals noch so blöd und hat das haltbar gebaut ;)

TomJuni 10th, 2017 at 12:12 pm

Hallo,
ich bin auf diesen Beitrag gestoßen, da mein Telefon heute in den Putzeimer geplumpst ist und es auch nach dem Trocknen nicht mehr funktionierte.
Daher suchte ich und fand diesen prima Beitrag zu Gehäuseöffnen und den hilfreichen Fotos.
Unten bin ich nicht reingekommen, daher habe ich an der oberen seitlichen Aussparung mit einem kleinen Sechskant gehebelt und konnte dann mit einem flachen Gehäuseöffner/Spachtel von oben nach unten arbeiten, Stück für Stück.
Dann andere Seite auch von der Aussparung bis unten.
Keine Lasche ging kaputt, habe es getrocknet, zusammengebaut nun funktioniert es wieder prima.
ich danke Euch allen ;-)
Gruß
Tom

FelixDezember 12th, 2018 at 11:35 am

Dank für den guten Tip: Mein recht altes S1 (ca. 15Jahre) tadellose Funktion, aber nun mit vermutlich oxydierten Höhrerkontakten, lies sich leider auch mit grossem Kraftaufwand und diversen Messern, Spezialklingen und Werkzeugen nicht öffnen. Offensichtlich waren diverse Teile innen verklebt.
Das Resultat: Total beschädigtes Platikgehäuse, Teile zerbrochen und das gute Telefon ist somit im Müll gelandet.
Siemens hat mit seiner (zu) robusten Kontruktion jegliche Reperatur verhindet – Schade!

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